Boilies selber machen

Boilies selber machen

In Anbetracht der Vielfalt an Boilies im Fachhandel stellen sich viele Karpfenangler die Frage: Warum überhaupt Boilies selber herstellen?
Zweifelsohne ist die Herstellung selbstgemachter Boilies mit einem höheren Zeitaufwand sowie der Anschaffung von Herstellungsequipment verbunden. Doch die Herstellung eigener Boilies hat einige Vorteile!

Zum einen weiß man genau, was in dem Boilie enthalten ist, zudem kann man seinen Boilie perfekt auf die Verhältnisse des zu befischenden Gewässers abstimmen. Gerade in Gewässern mit hohem Angeldruck können die selbstgemachten Köder ein echtes Ass im Ärmel sein.

Nicht zuletzt ist das Herstellen eigener Baits meistens auch deutlich kostengünstiger.

Equipment zum Boilies herstellen

Boilies von Hand rollen ist anstrengend und aufwendig. Wer ernsthaft Boilies herstellen will, sollte sich Baitgun sowie Boilieroller zulegen. Diese vereinfachen die Arbeit enorm!

Mit Druckluft betriebene Baitguns sind teurer, jedoch lässt sich damit der Boilieteig mühelos in Form bringen.

Boilies selber rollen

Fertige gerollte Boilies.

Auf die Boilie Zutaten achten

Wer noch nie Boilies selbst hergestellt hat, sollte sich vor allem mit den verschiedenen Zutaten auseinandersetzen. Ein guter Mix muss gut ausgewogen sein, was Zutaten mit bindenden und Zutaten mit löslichen Eigenschaften betrifft.

Boilie Zutaten

Die passenden Zutaten für den Teig vorbereiten.

Zu viele bindende Zutaten sorgen für einen steinharten und nicht arbeitenden Boilie. Zu viele lösliche Zutaten wiederum ergeben einen zwar produktiven Köder, jedoch wird sich der Boilie nach einigen Stunden vom Haar lösen und er zerfällt.

Beispiele für bindende Zutaten sind beispielsweise Hartweizengries, Reismehl, Weizengluten und Blutplasma. Lösliche Zutaten sind Molkereiprodukte wie Milchpulver etc.

Harte oder weiche Boilies?

Die Faktoren, nach denen ein Boiliemix hergestellt werden sollte, sind vor allem Gewässertyp, Weißfischbestand sowie im Gewässer lebende Krustentiere(Krabben etc.).

In stillen Gewässern mit geringem Besatz von Weißfischen kann der Boilie durchaus weicher ausfallen. In Flüssen mit starker Strömung und vielen (Wollhand-)Krabben sind harte Boilies unumgänglich.

Boilie Rezepte zum selber machen

Die Zusammenstellung eines guten Boiliemix, ist eine spannende Angelegenheit. Profis behalten ihr Rezept meist für sich und die Geschmäcker sind auch hier verschieden.

Wer noch nie Boilies abgerollt hat, sollte sich vielleicht zunächst an bereits erprobten Standardrezepten versuchen und diese immer weiter verbessern.

Wer direkt seinen eigenen Mix erstellen will, sollte vor allem auf die Ausgewogenheit der Zutaten achten und sich bestenfalls davor mit erfahrenen Karpfenanglern unterhalten, die ihre eigenen Baits herstellen.

Boilieteig herstellen

Den Boiliemix mit Eiern mischen und anschließend kneten.

Den Boilie Teig herstellen

Der Grundteig für die Herstellung von Boilies besteht meist aus einem Kilo fertigen Boiliemix sowie zehn Hühnereiern. Wer weniger bzw. mehr Teig auf einmal machen will, muss die Anzahl an Eiern anpassen.

boilieteig-kneten

Den Boilieteig am besten mit Handschuhen kneten!

Nach dem Vermengen lässt man den Teig für ca. 20 Minuten ruhen, danach kann er verarbeitet werden. Wer will, kann den Eiern noch zusätzlich Flavour und Sweetner beifügen.

Boilie Flavour und Sweetner

Den gewünschten Flavour oder Sweetner hinzufügen.

Boilieroller

Wer keine Baitgun hat kann den Teig auch mit der Hand formen und in den Boilieroller geben.

Kochen oder Dampfgaren

Beide Methoden haben ihre Vorteile. Beim Kochen kann man mit einem großen Topf schnell viele Boilies abfertigen.

Hierzu einfach Wasser aufkochen und die Boilies in den Topf, bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Kochen hat jedoch den Nachteil, dass einige Inhaltsstoffe buchstäblich aus dem Boilie herausgekocht werden.

Wer das vermeiden will, kann seine Baits auch in einem handelsüblichen Dampfgarer haltbar machen. Ist eventuell etwas zeitaufwendiger, funktioniert aber einwandfrei und alle Inhaltsstoffe bleiben im Boilie erhalten.

Boilies im Dampfgarer

Die Boilies im Dampfgarer schonend erhitzen.

Die Boilies richtig lagern

Da Boilies ein paar Tage nach dem Trocknen schimmeln, muss man sie irgendwie konservieren. Wer keinen Konservierer in seinem Mix will, kann seine Boilies zum Beispiel auch einsalzen.

Die Boilies kommen in einen Eimer, dann kommt ca. ein halbes Kilo Salz pro Kilo Boilies hinzu. Die Boilies kann man nun bis zu einem Jahr aufbewahren.

Alternativ kann man seine Murmeln auch in Gefrierbeuteln einfrieren. So kann man seine Freezerbaits mehrere Monate aufbewahren.

Fazit

Ich rate Anfängern davon ab, gleich einen Boiliemix abzurollen, der 10€ oder mehr pro Kilo kostet. Günstige, ausgewogene Rezepte für 4-5€ das Kilo können ganz hervorragend Karpfen fangen. Das ist meine Meinung.

Und: probiert eure Baits an einfachen Gewässern auf Spots aus, wo ihr schon gefangen habt und sammelt dort Selbstvertrauen. Meistens liegt das Blanken nicht am Köder.

Viel Spaß beim Abrollen und viel Erfolg am Wasser!

Autor: Noah


Karpfen Einsteiger aufgepasst!

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Manuela Schöbel
7. Januar 2018 16:37

Respekt! Was so ein Angler alles können und wissen muss. Sehr eindrücklich die Schilderung mit den Fotos. Weiter so!

Antworten
    Team Carpsolution
    7. Januar 2018 17:33

    Hallo Manuela!
    Es freut uns zu hören, dass du den Beitrag für gut empfunden hast. Bist du auch Anglerin oder wie bist du auf unsere Seite gekommen?
    lg Martin

    Antworten

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